Verlorene Tochter
26.05.2010
Deine Augen strahlen nicht mehr.
Als hättest du etwas verloren.
Hast du dich selbst verloren?
Ständig suchst du.
Genuss, Höhepunkte, Erlebnis und Bestätigung.
Ist es dir genug?
Fahl bist du geworden und hölzern klingt dein Lachen.
Bist das wirklich du?
Wie lange läufst du noch vor dir davon,
spielst eine Rolle, die du nicht bist?
Wann kommst du wieder nach Hause?
Weißt du denn nicht:
Du bist die Tochter des Königs!
Bestimmt zur Schönheit, Anmut und Herrlichkeit.
Dein Vater wartet doch auf dich.
Tag und Nacht.
Seit du weg bist, hat er keine ruhige Minute mehr.
Stets hält er Ausschau nach dir.
Um dir entgegenzulaufen, dich in seine Arme zu schließen
und dir seine Liebe zu schenken.
Er glaubt an dich.
Immer noch.
Auch wenn alle sagen:
Sie kommt nicht mehr. Sie hat dich längst vergessen.
Er aber wartet und hofft.
Und sagt: Sie ist doch meine Tochter.
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Ich begegne dir.
07.01.2010
Ich begegne dir.
Im Gefängnis, abgeschlossen und isoliert,
im Spital, krank und sterbend,
im Altersheim, ausgeliefert und wehrlos,
im Frauenwohnhaus, ohne Geld, mit vielen Sorgen,
an der Straßenecke, betrunken und verbittert,
im Cafe, gelangweilt und stumm,
vor der Kirche, bittend um ein Almosen,
im Geschäft, überarbeitet und müde,
im Kellerstöckl, ungeliebt und arm,
beim AMS, einer unter vielen,
im Suchenden, voll Angst und Zweifel,
im Internet, verloren und einsam,
in der Psychiatrie, ruhig gestellt, fern von dir selbst,
im Gescheiterten, dem nichts mehr zugetraut wird,
im Reichen, der alles habend doch so bedürftig ist.
Immer bittend, fragend,
wartend auf ein Stück Liebe.
Ich begegne dir.
In der Hand, die ausgestreckt Begegnung schafft,
im offenen Herzen, das einfach nur "du" sagt,
in der Tiefe schönster Klänge,
im Wort der Vergebung und des Mutes,
in den Tränen, der Anteilnahme und des Trauers,
im alltäglichen Zusammensein fern aller großen Worte,
im Schweigen und in der Stille,
im Rauschen des Windes, fern allen tuns,
in Gemeinschaft mit jenen, die du liebst,
im Dunkel der Nacht, voll leuchtender Sterne,
im Geist, der Leben schafft.
Du bist Geheimnis, immer größer,
nie ganz zu fassen, doch immer da.
Du sagst, ich kann mich fallen lassen
und wartest immer auf mein ja.
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Advent
04.12.2009
Erwartung.
Hoffnung wächst von innen her.
Ferner Klang des erst-erwachten Vögleins,
Zeichen eines neuen Morgens.
Noch drückt die Nacht.
Die Kälte lähmt die Glieder.
Im Herzen aber beginnt bereits
der neue Tag.
Freude fällt in Tränen auf die Erde.
Der Tag ist nah.
Der Tag ist da!
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Hans
13.03.2009
Heute bin ich Hans* begegnet. Ich habe ihn letzten Sonntag beim Pfarrcafe kennengelernt. Hans ist 54 und in Pension. Er ist arm. Seine Kleidung ist nicht schön, einige Zähne fehlen ihm, er trinkt Bier und raucht. Er hat zuviel Zeit.
Am Sonntag habe ich ihm zugehört. Er hat erzählt. Heute erzählt er wieder. Mit seiner tiefen Stimme. Ich höre ihm gerne zu.
Hans erzählt mir von seinem Leben. Von seiner Kindheit auf dem Bauernhof in den Bergen. Vom mähen mit der Sense, das er dort gelernt hat. Vom Sternsingen und ministrieren. Vom harten Winter und der Schule. Von Weihnachten, und dass er und seine Brüder sich nur Ski gewünscht haben.
Hans erzählt auch von Hermann, dem Pfarrer, der ihm geholfen hat. Der auf ihn zugegangen ist. Der ihn schon von weitem grüßt. Mit dem er per "Du" ist, mit dem man reden kann. Und dessen Predigten auch für Hans Sinn haben. Hans mag Hermann, den Pfarrer. Der auch an Weihnachten bei ihm und den anderen armen Menschen ist.
Ich sage nicht viel. Aber ich muss öfter lachen. Hans erzählt so fröhlich und lebendig. Er ist authentisch und spielt nichts vor. Ich spüre bei ihm eine Herzlichkeit, die mir selten begegnet. Das tut mir gut. Als ich wieder gehe, sind wir beide ein Stück weit beschenkt worden. Ich freue mich schon auf die nächste Begegnung mit ihm.
* Name von der Redaktion geändert
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4 Millionen Bergfinken in Lödersdorf
04.03.2009
Es gibt Begebenheiten, die das Leben nur einmal bietet. Z.B. 4 Millionen kleine Vögel (Bergfinken), die sich vorübergehend im Wald des Nachbardorfes niedergelassen haben und jeden Abend ein imposantes Flugschauspiel bieten. Viele haben schon darüber berichtet, hier ist mein Beitrag. Vorigen Samstag (28. Februar 2009) war ich dort. Hier sind 4 Impressionen:

Fotografen aus aller Welt sind angereist, um diese einzigartige Gelegenheit zu nutzen und Aufnahmen zu machen.

Der Himmel war übersät mit kleinen Vögeln. Gegen 17 Uhr strömen sie zusammen um noch einen Abendspazierflug zu machen.

Der Himmel verdunkelt sich, nicht nur wegen der untergehenden Sonne...

Wer noch nicht dort gewesen ist, sollte dies schnell nachholen. So etwas sieht man nur einmal...
Lebenszeichen
03.02.2009
Hallo kleiner Blog.
Ja, ich weiß, ich hab mich schon lange nicht mehr um dich gekümmert. Weißt du, ich kann mich nicht immer mit dir beschäftigen. Das Leben fließt und ich muss fließen. Weiter und weiter. Manchmal ist es schwierig, aber du weißt, ich bin geborgen.
Hab keine Angst, ich werde zu dir zurückkehren. Immer wieder. Um Worte dazulassen. Und Bilder. Und vielleicht sogar ein Stück Stille - Botin der Unendlichkeit.
Ich lebe. Und du sollst leben.
Auf, lebe! :)
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WJT 2008 - Das bleibt vom Weltjugendtag
31.07.2008
Der Weltjugendtag in Sydney ist zu Ende. Was bleibt nach 3 Wochen Pilger-Seins? Was nehme ich mit für meinen Lebensweg? Wo ist mir Gott begegnet?
Die Herzlichkeit
Was uns alle sehr berührt hat, war die Herzlichkeit. Die Herzlichkeit der Gastfamilien, die uns in der Vorbereitungszeit für 5 Tage beherbergt haben.
Unsere Gasteltern Siegfried und Martha sind vor 30 Jahren aus Deutschland nach Australien eingewandert. 4 Kinder haben sie dort unter großen Entbehrungen groß gezogen. Es gab Tage, da sie nicht mehr wussten, was sie am nächsten Tag essen sollten. Gott hat sie geführt und wie Gold im Feuerofen geläutert. Sie haben alles geprüft und sich bewusst für den katholischen Glauben entschieden. Sie strahlten einen tiefen inneren Frieden und ein Licht aus, das nicht von dieser Welt war.
Der Gottesdienst
Tiefgehend waren für mich auch die Gottesdienste. Damit meine ich gar nicht die großen Messen, zusammen mit dem Papst und hunderttausenden Jugendlichen, die auch schön waren. Aber die kleinen Gottesdienste, mit wenigen Menschen aus wenigen Nationen haben mich mehr berührt. Das ist die umgekehrte Logik Gottes. Gott, der im Stall im Kleinen begonnen hat, mit nur 12 Leuten im Kleinen seine Kirche begonnen hat, und auch heute Mensch für Mensch die Welt im Kleinen verändert.
Das Kreuz
Sehr beeindruckend für mich war auch der Kreuzweg. Die Stationen des Leidens und Sterbens Jesu wurden von Schauspielern nachgespielt und hat viele Menschen tief berührt. Am Tag des Kreuzweges wich die ausgelassene Stimmung der vorangegangenen Tage einer stillen Nachdenklichkeit.
Jesus stumm das Kreuz tragen sehen, gefolgt von einer Hand voll weinender Frauen, vorbei an tausenden Menschen aller Nationen, war sehr bewegend. Die Liebe Jesu brennt auch nach 2000 Jahren unverändert. Und verwandelt jene, die ihr Herz nicht verschließen.
Und jetzt?
Der Weg geht weiter. Die Pilgerreise beginnt jeden Tag von Neuem. Es gibt noch viel zu tun.
Somewhere in Sydney
15.07.2008
Hallo aus Sydney!
Montag sind wir in der australischen Hauptstadt gelandet, nachdem wir noch einen ruehrenden Abschied von unseren Gastfamilien in Sawtell hatten. Wir waren zwar nur 4 Tage bei den Gastfamilien, aber die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Aufnahme hat uns alle sehr beeindruckt.
Nun aber sind wir in einer Schule untergebracht. Und schlafen nicht mehr in Betten sondern in Schlafsaecken am Boden. Ist aber auch nicht schlecht. Sind zwar nur 10 Duschen fuer ca. 300 Leute, aber wenn man rechtzeitig aufsteht, ist man dort ganz allein...
Heute war die Eroeffnungsmesse. Zehntausende Fahnenschwingende und von Jesus begeisterte Menschen aus allen Laendern der Erde. Sehr eindrucksvoll. Unser Feldbacher Lektor Seppi Promitzer war bei der Messe als Messdiener mitwirkend.
Die Zeit vergeht sehr schnell. Diese Woche bleiben wir noch in Sydney. Dann geht es weiter nach Melbourne, entlang der Great Ocean Road. Jetzt werd ich aber schlafen gehn. Wuensch euch einen schoenen Nachmittag!
Fotos und Berichte gibt es wie gehabt auch auf www.maria-frieden.at
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